Feuerwehr Eudenbach




Ü- 18 Tour der Feuerwehr Eudenbach- Auf den Spuren der Stadt Bonn des 17. Jahrhunderts




Jedes "Feuerwehrjahr" hat so seine bestimmten Highlights. Einer dieser Höhepunkte ist ganz sicher die Ü- 18 Tour, bei der sich die Musiker dieses Jahr auch über die Teilnahme einiger Aktiver freuen konnten. So machte sich am 29. Mai eine knapp dreißigköpfige Mannschaft Richtung Bonn auf, um dieses einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen, denn auf dem Programm stand eine mittelalterliche Nachtwächtertour. Zwar wurde die Busfahrt fast schon zur Odyssee, doch nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich am Ziel an. Bevor uns allerdings der Nachtwächter abholen konnte, bedurfte es noch einer zünftigen Stärkung. Dazu kehrten wir im urgemütlichen Brauhaus "Zum Gequetschten" ein. Bei deftiger, gutbürgerlicher Küche und kühlem Gerstensaft stimmten wir uns in uriger Atmosphäre schon einmal auf eine Stadtführung der besonderen Art ein.
Als endlich die Dämmerung einbrach, erschien unsere Nachtwächterin in spätmittelalterlicher Kluft und führte uns vor die Bonner Stadtmauern. Dort wurden wir von einem Nachtwächter mit seiner Hellebarde, der seine Ankunft mit einem Hornsignal ankündigte, empfangen. Zunächst einmal wurden wir alle einer kritischen Prüfung unterzogen, ob denn auch ja keine Räuber, kein Gesinde, gar Hexen oder schlimmer noch Protestanten unter uns weilten. Die galt es nämlich im 17. Jahrhundert aus Bonn fernzuhalten. Glücklicherweise durften aber alle passieren, sodass unsere Tour am alten Zoll starten konnte. Der Nachtwächter erklärte uns, wo einst welche Stadtmauern gestanden hatten und was erst in ferner Zukunft an seinem Platz stehen sollte. Im Laufe der Führung tauchten wir immer tiefer in das Bonn des 17. Jahrhunderts ein und erfuhren, wie man mit dem "dunklen Gesinde" umging, welches entweder in den Wolfsturm gesperrt oder an den Pranger gestellt wurde. Der Nachtwächter erzählte uns auch, welche Berufe in Bonn vor rund 400 Jahren angesiedelt waren und wie man sich gegen den "Schwarzen Tod", also die Pest wehrte. So galt es zum Beispiel den Handel der Kölner Fischweiber mit verdorbenem Fisch zu unterbinden. Neben der Pest wurde Bonn auch von einem großen Feuer heimgesucht, dem fast alle Gebäude zum Opfer fielen. Nur die Sternstraße wurde verschont, was heute noch kleine Schilder mit den Erbauungsdaten der Häuser verraten.
Des Weiteren erfuhren wir, wie einige gebräuchliche Redewendungen entstanden waren. Verrichte zum Beispiel ein Zimmermann unehrliche Arbeit, so riss man ihm seinen Ohrring heraus, sodass er fortan als "Schlitzohr" gekennzeichnet war. Beging man eine Straftat, so wurde "einem etwas angehängt", d.h. man bekam ein Schild, auf dem die Straftat vermerkt war, am Pranger. Hatte man Glück, so dauerte die Entscheidung des Gerichts über die Strafe länger, die Anklage wurde also "auf die lange Bank geschoben" und das Urteil nicht direkt "an die große Glocke gehängt".
Mit einer Geldstrafe wurde man bestraft, wenn man zu spät vom Feld zum Stadttor zurück kam, welches zu einer bestimmten Zeit schloss. So entstand die sogenannte "Torschlusspanik".
Nachdem wir all dies und noch weit mehr vom Nachtwächter berichtet bekommen hatten, war es leider schon wieder Zeit den Heimweg anzutreten.
Wer mehr über das mittelalterliche Bonn wissen möchte, sollte unbedingt selbst einmal an der Nachtwächterführung teilnehmen, es lohnt sich!

Sarah Weber




Ue18 Tour Bonn

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